Am Samstag war ich mit zwei meiner Kinder in Frankfurt zum „Forum Finanzen für Frauen“ auf der Deutschen Anlegermesse. In Nürnberg stiegen fünf junge Mädchen zu, nach Sprache osteuropäischer Herkunft. Sie sahen aus, wie Mädels um die 20 eben aussehen, wenn sie einen Ausflug machen, fröhliches Geplaudere und Gelächter, ein bisserl aufgebrezelt.
Kurz nach der Abfahrt kam eine Schaffnerin und sagte „Die Zugestiegenen bitte die Fahrscheine“ und die Mädchen reichten ein Ticket. Ich glaube, ich habe aufgrund der herrischen Stimme schon hochgeblickt und beobachtete die Szene. Die Schaffnerin sah auf den Fahrschein und raunzte „Der Fahrschein gilt nicht, sie müssen nachzahlen“. Auch mein Sohn, der dem ganzen bis dahin den Rücken zugewandt saß und las, zuckte ob des Tones zusammen und drehte sich um. „Sie müssen auch leeeeeesen, was da steht!“ ging es weiter. Eines der Mädchen, später stellte sich heraus, es waren alles Schwestern, erklärte der Schaffnerin ein bisschen aufgeregt, aber auch verblüfft, dass sie am Schalter nach einem Gruppenticket gefragt hätten und das Bayernticket verkauft bekommen hätten. Dann hätten sie gefragt, wo denn der Zug nach München fahren würde und es hieß „Gleis Neun“. Das war der ICE. Man hätte jetzt wissen müssen, dass ICEs beim Bayernticket nicht zu den erlaubten Zügen zählten. Wussten die Mädchen aber nicht. Kann ich verstehen – ich habe ja schon in meiner Sprache Probleme, die Tarifwelt zu verstehen. „Egal, Sie müssen das eben leeeeesen und jetzt müssen Sie nachzahlen – zwei Tickets“.
Gut, sowas kommt vor, dass man nicht den richtigen Fahrschein hat. Ich selbst saß schon mal in einem zuschlagspflichtigen Zug und hatte nicht kapiert, dass ich ein Zusatzticket gebraucht hätte. Ich bin auch schon mal hochschwanger ob meines Fahrrades zu einer Nachzahlung verdonnert worden. Habe ich jedesmal wirklich nicht gewusst. Soll vorkommen, bei all den Tarifen, die es gibt. Eine Freundin erzählte gestern, sie ist sogar mal bis Venedig mit Zügen gekommen, die sie gar nicht gebucht hatte, weil sie den eigentlichen Zug verpasst hatten und die Schaffner alle nett waren.
Diese war nicht nett. Meine Kinder und ich sahen uns die Diskussion einige Minuten verständnislos an. Dann wurde es Zeit, sich einzumischen. Ich fragte die Dame, ob sie nicht wenigstens freundlich mit den Mädchen sprechen könnte, man sehe doch, dass sie es einfach nicht gewusst hätten. Und ob sie vielleicht mal sagen könnte, was denn zu zahlen sei. Da wurde ich dann angeraunzt, was ich mich denn einmischte. Sagte ich, dass ich mich schäme, wenn meine Landleute so mit Ausländern redeten und man so überhaupt nicht mit Kunden spricht und die Erläuterungen der jungen Mädchen ja auch schlüssig seien. Die Schaffnerin erklärte darauf „drei mal 55 Euro“. Die Mädchen sagten zu Recht, dass sie doch zuerst „zwei Tickets“ gesagt hätte. Da sagte die Schaffnerin „Nein, jetzt sind es fünf, das andere wäre Kulanz gewesen, das wäre jetzt vorbei“. Inzwischen kam ein Kollege hinzu – nur marginal freundlicher, immerhin sagte er, sie könnten sich später beim Kundenservice beschweren. Die Mädchen erklärten, dass sie das nicht einfach zahlen, schließlich wären sie am Schalter gewesen und sie hätten alles erfragt, sie könnten das doch nicht wissen und sie hätten auf diesen Ausflug so gespart.
Ist doch klar – wer hat mit 20 Jahren in einem fremden Land denn schon viel Geld? Und 55 Euro pro Person war vermutlich das Taschengeld für diesen besonderen Abend. Kurz, sie zahlten nicht. Die Polizei nahm die Damen in München in Empfang. Ich habe dem Polizisten meine Version der Geschichte aufgedrängt, mich als Zeuge benannt. Habe ihn gefragt, was es kosten würde, wenn ich alles begleiche, und man das ganze gleich löst. Das hätte aber zu dem Zeitpunkt schon 100 Euro pro Person gekostet und ging schon längst nicht mehr. Ich habe mich geärgert, hätte ich doch sofort einfach die zwei Tickets gezahlt.
Keine Frage – die Bahn ist hier vermutlich im Recht. Aber - die Mädchen haben keinem einen Platz weggenommen, der ICE war fast leer. Die Karte war von einem Schalter, sie haben also wirklich mit jemandem von der Bahn gesprochen. Kann man dann nicht mal fünfe gerade sein lassen?
Sommerliche Grüße
Stefanie Kühn
Montag, 9. Mai 2011
Montag, 4. April 2011
Ein offener Brief an Frau Aigner und an Sie, liebe Blog-Leser: Warum wir endlich eine Stärkung der Honorarberatung brauchen
Sehr geehrte Frau Bundesministerin Aigner, sehr geehrte Leser,
Heute las ich im Handelsblatt, dass Sie, Frau Aigner, finden, dass die Flut der komplexen Finanzprodukte zu groß sei.
Ja, ich finde auch, es gibt eine Fülle von Produkten in der Finanzwelt und ja, ich halte auch viele für überflüssig. Das ist Ihnen, meinen regelmäßige Leser, ja bekannt. Aber lassen wir doch die Produkte mal Produkte sein. Würde keiner sie an Anleger „verkloppen“, wenn sie ungeeignet sind, dann würde sich die Fülle der Produkte von selbst regulieren. Es würden die Produkte bleiben, die von guten Beratern und aufgeklärten Anlegern nachgefragt würden. Ich gebe Ihnen ein Beispiel:
Ich halte mich persönlich für eine aufgeklärte Anlegerin, die ab und zu mal ein bisschen spekuliert. Wenn ich der Meinung bin, ich möchte mit einem 3-fach Hebel auf einen fallenden DAX spekulieren, weiß ich genau, was passieren kann. Wenn ich falsch liege, ist mein Geld weg. Ohne Produkte wie Mini-Shorts und Mini-Longs könnte ich meine Meinung gar nicht in Produkte fassen. Gut, dass es sie gibt, Frau Aigner. Das Produkt mag kompliziert sein, aber ich kann damit umgehen. Das hohe Verlustrisiko, das Sie, Frau Aigner, kritisieren, schreckt mich nicht, weil meine Investitionssumme meinen Möglichkeiten angepasst ist.
Mein Vorschlag wäre ein ganz anderer: Würden Kunden ehrlich beraten, und die Beratung auch entlohnt werden, dann würden viele Berater wohl niemals zu Empfehlungen von komplizierten Wenn-Dann-Falls-Obwohl-Zertifikaten greifen. Sie würden gut beraten, dabei verdienen, und sicher sein, dass der Mandant wieder kommt, wenn es eine neue Frage gibt. Würde darauf verzichtet, Depots systematisch zu drehen, um Geschäft zu generieren, weil gerade die Summe X von einem Zertifikat oder Fonds untergebracht werden muss, würden Anleger Vertrauen zum Berater aufbauen können. Würden Berater lange Zeit am selben Platz beraten, könnten sie zeigen, dass sich faire Beratung auch in Geschäft umsetzt. Nach meiner über 10-jährigen Erfahrung sind die meisten Anleger bereit zu zahlen, aber sie sind nicht – mehr - bereit, sich für dumm verkaufen zu lassen.
Das Problem, liebe Frau Aigner, sind nicht die Produkte, es sind die Berater und deren Chefs, die Fehlanreize durch Provisionen, die Verkaufstrainer, die lehren, wie man Einwände wegwischt, die mangelnde Geldbildung in der Bevölkerung, die Gier der Anleger. Kurz – es ist in den letzten Jahrzehnten irgendwas schiefgelaufen und die Produkte sind nur das Symptom. Es wäre wünschenswert, wenn die Ursachen bekämpft würden. Wenn gute Beratung etwas zählen würde, statt erfolgreiche Lobbyarbeit. Wenn hochrangige Politiker den Anstand hätten, sich von dubiosen Unternehmen mit dubiosen Verkaufsmaschen zu distanzieren.
Ich wundere mich immer wieder, wie Sie und Ihre Kollegen, sehr geehrte Frau Aigner, im Jahr drei nach der Finanzmarktkrise immer noch keine Regelung, keine Stärkung für Honorarberater schaffen konnten. Ich kenne all die Diskussionen zwischen den Ministerien, sofern sie nach draußen dringen. Ich habe Ihr Ministerium mit Ihrem Staatssekretär besucht, diskutiert, an alle Parteien geschrieben. Die einzelnen Personen schienen meistens zu verstehen. Aber wenn ich solche Artikel lese, bezweifle ich, dass sich jemals etwas ändern wird. Selbstverständlich würde ich gerne jederzeit persönlich mit Ihnen, Frau Aigner, sprechen.
Wenn man Mandanten nur auf Zeithonorar berät, hat man nur eine Chance im Markt. Man muss ehrlich, anständig, pünktlich und zuverlässig sein. Die Mandanten müssen merken, dass man kein Interesse hat, irgendwas zu verkaufen. Sie müssen sicher sein, dass die Zeiten korrekt notiert werden. Natürlich müssen Honorarberater gut gebildet sein und querdenken können. Leistet man das alles nicht, kommen die Mandanten sicher nicht wieder. Honorarberater hätten die beste Chance Anlegerdepots in ruhigere Fahrwasser zu bringen, von der x-ten Lebensversicherung abzuraten und die Menschen zu motivieren, sich selbst mehr zu kümmern. Ich glaube, Honorarberater könnten immense Schäden verhindern.
Und noch etwas, sehr geehrte Frau Aigner: Ich verstehe nicht, warum man Kosten für die Putzfrau und Handwerker von der Steuer absetzen kann, aber keine Honorare für Finanzberater. Sind Honorarberater weniger wert und weniger wichtig?
Ich verstehe so vieles nicht in unserem Land. Das ist schade. Ich werde im nächsten Blog mal alles aufschreiben, was ich nicht verstehe. Vielleicht können Sie, liebe Leser, mir weiterhelfen.
Frühlingshafte Grüße
Ihre Stefanie Kühn
Heute las ich im Handelsblatt, dass Sie, Frau Aigner, finden, dass die Flut der komplexen Finanzprodukte zu groß sei.
Ja, ich finde auch, es gibt eine Fülle von Produkten in der Finanzwelt und ja, ich halte auch viele für überflüssig. Das ist Ihnen, meinen regelmäßige Leser, ja bekannt. Aber lassen wir doch die Produkte mal Produkte sein. Würde keiner sie an Anleger „verkloppen“, wenn sie ungeeignet sind, dann würde sich die Fülle der Produkte von selbst regulieren. Es würden die Produkte bleiben, die von guten Beratern und aufgeklärten Anlegern nachgefragt würden. Ich gebe Ihnen ein Beispiel:
Ich halte mich persönlich für eine aufgeklärte Anlegerin, die ab und zu mal ein bisschen spekuliert. Wenn ich der Meinung bin, ich möchte mit einem 3-fach Hebel auf einen fallenden DAX spekulieren, weiß ich genau, was passieren kann. Wenn ich falsch liege, ist mein Geld weg. Ohne Produkte wie Mini-Shorts und Mini-Longs könnte ich meine Meinung gar nicht in Produkte fassen. Gut, dass es sie gibt, Frau Aigner. Das Produkt mag kompliziert sein, aber ich kann damit umgehen. Das hohe Verlustrisiko, das Sie, Frau Aigner, kritisieren, schreckt mich nicht, weil meine Investitionssumme meinen Möglichkeiten angepasst ist.
Mein Vorschlag wäre ein ganz anderer: Würden Kunden ehrlich beraten, und die Beratung auch entlohnt werden, dann würden viele Berater wohl niemals zu Empfehlungen von komplizierten Wenn-Dann-Falls-Obwohl-Zertifikaten greifen. Sie würden gut beraten, dabei verdienen, und sicher sein, dass der Mandant wieder kommt, wenn es eine neue Frage gibt. Würde darauf verzichtet, Depots systematisch zu drehen, um Geschäft zu generieren, weil gerade die Summe X von einem Zertifikat oder Fonds untergebracht werden muss, würden Anleger Vertrauen zum Berater aufbauen können. Würden Berater lange Zeit am selben Platz beraten, könnten sie zeigen, dass sich faire Beratung auch in Geschäft umsetzt. Nach meiner über 10-jährigen Erfahrung sind die meisten Anleger bereit zu zahlen, aber sie sind nicht – mehr - bereit, sich für dumm verkaufen zu lassen.
Das Problem, liebe Frau Aigner, sind nicht die Produkte, es sind die Berater und deren Chefs, die Fehlanreize durch Provisionen, die Verkaufstrainer, die lehren, wie man Einwände wegwischt, die mangelnde Geldbildung in der Bevölkerung, die Gier der Anleger. Kurz – es ist in den letzten Jahrzehnten irgendwas schiefgelaufen und die Produkte sind nur das Symptom. Es wäre wünschenswert, wenn die Ursachen bekämpft würden. Wenn gute Beratung etwas zählen würde, statt erfolgreiche Lobbyarbeit. Wenn hochrangige Politiker den Anstand hätten, sich von dubiosen Unternehmen mit dubiosen Verkaufsmaschen zu distanzieren.
Ich wundere mich immer wieder, wie Sie und Ihre Kollegen, sehr geehrte Frau Aigner, im Jahr drei nach der Finanzmarktkrise immer noch keine Regelung, keine Stärkung für Honorarberater schaffen konnten. Ich kenne all die Diskussionen zwischen den Ministerien, sofern sie nach draußen dringen. Ich habe Ihr Ministerium mit Ihrem Staatssekretär besucht, diskutiert, an alle Parteien geschrieben. Die einzelnen Personen schienen meistens zu verstehen. Aber wenn ich solche Artikel lese, bezweifle ich, dass sich jemals etwas ändern wird. Selbstverständlich würde ich gerne jederzeit persönlich mit Ihnen, Frau Aigner, sprechen.
Wenn man Mandanten nur auf Zeithonorar berät, hat man nur eine Chance im Markt. Man muss ehrlich, anständig, pünktlich und zuverlässig sein. Die Mandanten müssen merken, dass man kein Interesse hat, irgendwas zu verkaufen. Sie müssen sicher sein, dass die Zeiten korrekt notiert werden. Natürlich müssen Honorarberater gut gebildet sein und querdenken können. Leistet man das alles nicht, kommen die Mandanten sicher nicht wieder. Honorarberater hätten die beste Chance Anlegerdepots in ruhigere Fahrwasser zu bringen, von der x-ten Lebensversicherung abzuraten und die Menschen zu motivieren, sich selbst mehr zu kümmern. Ich glaube, Honorarberater könnten immense Schäden verhindern.
Und noch etwas, sehr geehrte Frau Aigner: Ich verstehe nicht, warum man Kosten für die Putzfrau und Handwerker von der Steuer absetzen kann, aber keine Honorare für Finanzberater. Sind Honorarberater weniger wert und weniger wichtig?
Ich verstehe so vieles nicht in unserem Land. Das ist schade. Ich werde im nächsten Blog mal alles aufschreiben, was ich nicht verstehe. Vielleicht können Sie, liebe Leser, mir weiterhelfen.
Frühlingshafte Grüße
Ihre Stefanie Kühn
Labels:
Finanzberatung,
Honorarberater,
Honorarberatung,
Ilse Aigner
Dienstag, 22. März 2011
Die Welt hält inne – Anlegen zwischen Eurokrise, Fukoshima und Libyen
Die Ereignisse seit dem 11. März 2011 haben die Welt verändert. Nun gibt es seit dem Wochenende endlich ein paar Hoffnungszeichen – und wenig Zweifel, dass die Japaner mit ihrer ruhigen Art das Land wieder rasch aufbauen, wenn der Super-Gau ausbleibt. Letzte Woche fühlte ich mich sehr stark an den Film Armageddon erinnert – nur das es diesmal kein Film war. Zwischen Nachrichtenticker und Börsenkursen haben wir fast rund um die Uhr mit Mandanten telefoniert. Doch seit dem Wochenende ist es Zeit nach vorne zu schauen. Ein paar Gedanken zu den Märkten und Entwicklungen:
1)Es gibt im Leben einige Situationen, die rechtfertigen radikale Maßnahmen bei den eigenen Anlagen. Nach meiner mehr als 10-jährigen Beratungserfahrung zählen zu diesen Ereignissen der 11. September, die Euro-Krise im September/Oktober 2008 und Fukoshima. Eine neutrale Aktienposition (entweder durch Verkäufe oder durch Short-Absicherungen) macht einen unabhängig vom Ausgang der Ereignisse.
2)Bleibt der Super-Gau aus, wozu wir seit dem Wochenende ja Grund zur Hoffnung haben, wird sich eventuell die „Erleichterungsrally“ fortsetzen.
3)Quergeschossen wird derzeit im wahrsten Sinne des Wortes von dem Krieg in Libyen. Die Auswirkungen auf die Börse sind für mich derzeit offen – eingepreist ist dieses Risiko m.E. noch nicht.
4)Die Euro-Krise ist zuletzt nachrichtentechnisch fast untergegangen. Der vergrößerte Rettungsschirm brachte an der Börse einen Jubeltag mit, aber ist das nicht eigentlich ein Grund zur Sorge? Irgendwer muss das alles irgendwann ja mal bezahlen.
Dieser März wird so oder so langfristige Veränderungen mit sich bringen. Kurz vor Fukoshima nahm ich an einer sehr interessanten Diskussionrunde zum Thema Nachhaltiges Investieren der Munich Management Lounge teil. Dort sprach u.a. Dr. Walter Reitler, Eon-Aufsichtsrat. Er sagte sehr einprägsam, dass Eon genau soviel Strom produziert, wie nachgefragt wird. Wenn alle grünen Strom nachfragen würden, dann würde auch Eon sich darauf einstellen, schließlich wolle das Unternehmen verdienen. Genau das passiert offenbar gerade. Die Ökostromanbieter verzeichnen offenbar rege Nachfrage. Bleibt allerdings abzuwarten, was passiert, wenn die Windräder direkt vo der eigenen Tür gebaut werden sollen.
Und was bedeutet das für die Vermögensanlagen?
Mir fällt auf, dass die „Ausschläge“ an den Märkten in den letzten Jahren häufiger werden – darauf sollte man reagieren. Die Existenz der Schwarzen Schwäne (dieser Ausdruck steht nach dem Buch von Nassim Nicholas Taleb für den Eintritt höchst unwahrscheinlicher Ereignisse) sollte man nicht leugnen. Alle Geldanlagen könnten einen persönlichen Stresstest der Extremsituationen durchlaufen und das Anlagekonzept könnte neu justiert werden.
Frühlingshafte Grüße
Ihre Stefanie Kühn
1)Es gibt im Leben einige Situationen, die rechtfertigen radikale Maßnahmen bei den eigenen Anlagen. Nach meiner mehr als 10-jährigen Beratungserfahrung zählen zu diesen Ereignissen der 11. September, die Euro-Krise im September/Oktober 2008 und Fukoshima. Eine neutrale Aktienposition (entweder durch Verkäufe oder durch Short-Absicherungen) macht einen unabhängig vom Ausgang der Ereignisse.
2)Bleibt der Super-Gau aus, wozu wir seit dem Wochenende ja Grund zur Hoffnung haben, wird sich eventuell die „Erleichterungsrally“ fortsetzen.
3)Quergeschossen wird derzeit im wahrsten Sinne des Wortes von dem Krieg in Libyen. Die Auswirkungen auf die Börse sind für mich derzeit offen – eingepreist ist dieses Risiko m.E. noch nicht.
4)Die Euro-Krise ist zuletzt nachrichtentechnisch fast untergegangen. Der vergrößerte Rettungsschirm brachte an der Börse einen Jubeltag mit, aber ist das nicht eigentlich ein Grund zur Sorge? Irgendwer muss das alles irgendwann ja mal bezahlen.
Dieser März wird so oder so langfristige Veränderungen mit sich bringen. Kurz vor Fukoshima nahm ich an einer sehr interessanten Diskussionrunde zum Thema Nachhaltiges Investieren der Munich Management Lounge teil. Dort sprach u.a. Dr. Walter Reitler, Eon-Aufsichtsrat. Er sagte sehr einprägsam, dass Eon genau soviel Strom produziert, wie nachgefragt wird. Wenn alle grünen Strom nachfragen würden, dann würde auch Eon sich darauf einstellen, schließlich wolle das Unternehmen verdienen. Genau das passiert offenbar gerade. Die Ökostromanbieter verzeichnen offenbar rege Nachfrage. Bleibt allerdings abzuwarten, was passiert, wenn die Windräder direkt vo der eigenen Tür gebaut werden sollen.
Und was bedeutet das für die Vermögensanlagen?
Mir fällt auf, dass die „Ausschläge“ an den Märkten in den letzten Jahren häufiger werden – darauf sollte man reagieren. Die Existenz der Schwarzen Schwäne (dieser Ausdruck steht nach dem Buch von Nassim Nicholas Taleb für den Eintritt höchst unwahrscheinlicher Ereignisse) sollte man nicht leugnen. Alle Geldanlagen könnten einen persönlichen Stresstest der Extremsituationen durchlaufen und das Anlagekonzept könnte neu justiert werden.
Frühlingshafte Grüße
Ihre Stefanie Kühn
Donnerstag, 24. Februar 2011
Für die Jagd auf Karl-Theodor zu Guttenberg
Okay - ich muss was zum der Sache mit der Doktorarbeit von Herrn Freiherr zu Guttenberg sagen. Wollte ich eigentlich nicht, aber das kann ich nicht ignorieren.
Ich las eben über den Facebook-Link der „Heute“-Sendung folgenden Satz von Frau Merkel. Ich zitiere:
„Die Universität Bayreuth folge mit dieser Entscheidung der Einschätzung des Ministers, sagte Merkel in Freiburg bei einer Veranstaltung der Stiftung Ordnungspolitik.“(1)
Welche Einschätzung des Ministers? Sollte der Gute denn nicht wissen, ob er abgeschrieben hat oder nicht? Was gibt es da einzuschätzen? Liebe Frau Merkel, ein „das war ein logischer und willkommener Schritt der Uni Bayreuth“(2) hätte es auch getan. Kann man nur hoffen, dass Heute hier die Kanzlerin falsch zitiert hat ;-)
Und übrigens – da führt die „Basis“ eine Facebook Seite Gegen die Jagd auf Karl-Theodor zu Guttenberg. Nun übertreiben wir mal nicht. Wer einen Eid schwört, dass er etwas selbst verfasst hat und es dann nicht mal zugibt, der muss damit leben, dass das ein gefundenes Fressen für die Presse ist. Ein Freiherr hätte das wahrlich nicht nötig gehabt(3).
Im übrigen kann Herr Freiherr zu Guttenberg froh sein, nicht an einer der beiden Bundeswehruniversitäten promoviert zu haben. Dort gelten Plagiate als dienstrechtliches Vergehen und können mit Degradierung bestraft werden.(4) Dann könnte Herr Freiherr zu Guttenberg ja wieder als Lokalpolitiker durch die Lande tingeln.
Die Uni Bayreuth muss sich in der ganzen Affäre natürlich auch die Frage gefallen lassen, wie eine „Summa cum laude“ Arbeit, die meines Wissens nach sehr selten ausgesprochen wird, schon im Vorwort abgeschrieben sein kann. Diese Arbeit müsste ja in besonderem Maße eigene Forschungen, Meinungen, Ergebnisse präsentieren und nicht nur eine Zitatesammlung sein.
Und wie so oft, komme ich nun zu der Frage, ob Werte wie Anstand und Ehrlichkeit in Deutschland noch etwas zählen.
Ehrliche Grüße
Stefanie Kühn
(1) Homepage www.heute.de, 23.2.11, gefunden über die Facebook Seite des Nachrichtenmagazins
(2) Stefanie Kühn, 23.2.11
(3) Das ist nicht von mir, habe ich zufällig in einer Talkshow gehört, der Sprecher des Satzes ist mir entfallen.
(4) Münchener Merkur, 24.2.11, S. 2
Okay - ich muss was zum der Sache mit der Doktorarbeit von Herrn Freiherr zu Guttenberg sagen. Wollte ich eigentlich nicht, aber das kann ich nicht ignorieren.
Ich las eben über den Facebook-Link der „Heute“-Sendung folgenden Satz von Frau Merkel. Ich zitiere:
„Die Universität Bayreuth folge mit dieser Entscheidung der Einschätzung des Ministers, sagte Merkel in Freiburg bei einer Veranstaltung der Stiftung Ordnungspolitik.“(1)
Welche Einschätzung des Ministers? Sollte der Gute denn nicht wissen, ob er abgeschrieben hat oder nicht? Was gibt es da einzuschätzen? Liebe Frau Merkel, ein „das war ein logischer und willkommener Schritt der Uni Bayreuth“(2) hätte es auch getan. Kann man nur hoffen, dass Heute hier die Kanzlerin falsch zitiert hat ;-)
Und übrigens – da führt die „Basis“ eine Facebook Seite Gegen die Jagd auf Karl-Theodor zu Guttenberg. Nun übertreiben wir mal nicht. Wer einen Eid schwört, dass er etwas selbst verfasst hat und es dann nicht mal zugibt, der muss damit leben, dass das ein gefundenes Fressen für die Presse ist. Ein Freiherr hätte das wahrlich nicht nötig gehabt(3).
Im übrigen kann Herr Freiherr zu Guttenberg froh sein, nicht an einer der beiden Bundeswehruniversitäten promoviert zu haben. Dort gelten Plagiate als dienstrechtliches Vergehen und können mit Degradierung bestraft werden.(4) Dann könnte Herr Freiherr zu Guttenberg ja wieder als Lokalpolitiker durch die Lande tingeln.
Die Uni Bayreuth muss sich in der ganzen Affäre natürlich auch die Frage gefallen lassen, wie eine „Summa cum laude“ Arbeit, die meines Wissens nach sehr selten ausgesprochen wird, schon im Vorwort abgeschrieben sein kann. Diese Arbeit müsste ja in besonderem Maße eigene Forschungen, Meinungen, Ergebnisse präsentieren und nicht nur eine Zitatesammlung sein.
Und wie so oft, komme ich nun zu der Frage, ob Werte wie Anstand und Ehrlichkeit in Deutschland noch etwas zählen.
Ehrliche Grüße
Stefanie Kühn
(1) Homepage www.heute.de, 23.2.11, gefunden über die Facebook Seite des Nachrichtenmagazins
(2) Stefanie Kühn, 23.2.11
(3) Das ist nicht von mir, habe ich zufällig in einer Talkshow gehört, der Sprecher des Satzes ist mir entfallen.
(4) Münchener Merkur, 24.2.11, S. 2
Donnerstag, 13. Januar 2011
Was um alles in der Welt haben Diäten mit Geldanlage zu tun? Eine ganze Menge, Sie werden es sehen.
Der von mir geschätzte Dr. Stefan Frädrich schrieb kürzlich auf Facebook, dass er in der Sendung „Menschen bei Maischberger“ zu Gast sein werde und dass es um das Thema Abnehmen geht. Da ich von ihm viel über die „Kunst des gekonnten Fernsehauftritts“ gelernt hatte, dachte ich, ich nehme mir doch eine Lehrstunde. Jetzt interessiert mich das Thema nur bedingt, doch auch ich tue natürlich einiges, um fit und gesund zu sein. So kam es, dass ich pünktlich einschaltete. Es wurde eine vergnügliche Sendung.
Die zwei anderen Ärzte behackten sich über eine Stunde hinweg, welche der Diät- oder Nicht-Diät-Methoden denn jetzt besser sei (der eine war Contra-Diät, der andere versprach Wirkung im Schlaf). Sie warfen sich ständig Sätze wie „Die Studie XY beweist das“, der andere antwortete „Sie sind wohl nicht auf dem neuesten Stand, die Studie ZA sagt dies“. Fast meinte man, sie springen sich an die Gurgel.
Auch wir in der Finanzwelt schauen auf Daten, Historie – eben auf belastbares Material. Doch wir lernten spätestens seit dem Fall Enron und allerspätestens mit der Finanzkrise und der Lehmann-Pleite, dass Bilanzen, Ratings und gute Worte nicht alles sind.
Dann ging es munter weiter. Es wurde dick gegen dünn gespielt, fast so, als setzen Sie einen Börsenfan neben einen Sparbuchliebhaber. Beides in Reinform ist gefährlich, da können sich alle noch so gut fühlen. Ein 100%-Aktienanleger kann bei einem Crash mal eben 50% seines Geldes verlieren. Dann ist's mit dem „gut fühlen“ auch vorbei. Ein Sparbuchliebhaber vernichtet kontinuierlich Geld, weil Inflation und Steuern die Zinsen weit übersteigen. Und was im Falle einer Staatspleite passieren würde... mit gut fühlen wird das auch nichts zu tun haben.
Es gab noch einen Gast, Marc Bator, der Tagesschau-Sprecher, der im Vorher-Nachher-Vergleich wirklich heute eine gute Figur abgibt. Er sagte Dinge wie „man muss dauerhaft Maß-halten lernen“, „manches geht eben nicht immer (Bier und Chips am Abend)“, „Sport ist wichtig, das hält mich fit“. Er wurde teilweise übel angegangen, so unter dem Motto, so leicht ist das ja alles nicht. Irgendwer sagte immer wieder, dass das ja grundsätzlich nicht geht, mit dem Gewichthalten. Hallo? Da saß einer und der sah pumperlgesund aus, strahlte Ruhe und Fröhlichkeit aus, und andere erzählen, das geht nicht. Ist ziemlich unhöflich gegenüber dem, der es schafft.
Bei der Geldanlage begegnen einem ähnliche Argumente. Es gibt die notorischen „Ich weiß es wäre gut für mich, aber ich kann mich einfach nicht aufraffen“ Sprüche. Ja. Nützt aber nix. Dann bleibt alles, wie es ist.
Diejenigen, die übertragend gesagt, den Batorschen Weg gegangen sind – sie haben sich schlau gemacht, ein Buch gelesen, eine Zeitung abonniert, Beratung gesucht, haben sich neu aufgestellt, das Vermögen geordnet, sich von Altlasten getrennt, neue Investitionen getätigt - die beweisen ja das Gegenteil. Doch was ist mit der Frage nach dem Durchhalten?
Die, die's geschafft haben, können Antwort auf die Frage von Frau Asgodom geben. Sie war die Vertreterin der „DiätgegnerInnen“. Sie sagte, sie hätte mehrmals viel abgenommen und dann immer alles und noch mehr zugenommen. Der typische Jojo-Effekt (so heißt übrigens eine unserer Katzen, Jojo. Der hat die Sendung auch interessiert verfolgt :-)). Ihre Frage, die sie mehrmals stellte, lautete: „Und wie halte ich das?“ Auf Antwortversuche, gerade jenes Herrn Bators und von Stefan Frädrich, hörte der Zuschauer öfters ein „ Das weiß ich ja alles schon und die anderen wissen das auch“. Genau – so ist es bei dem Thema Geld auch. Sie wissen, dass Sie dran bleiben sollten. Einmal im Monat Kontenchecken, einmal jährlich Bilanzziehen, keine Produkte aufschwätzen lassen....
Und dann gibt es die, die es schaffen (die Bators) – sie haben Disziplin und sie haben sogar Spaß. Weil sie's im Griff haben. Ab und an machen sie etwas Verrücktes, daran wachsen sie, aber sie sind auf Linie. Und hey, plötzlich ist das mit dem Halten gar nicht mehr so schwer.
In diesem Sinne – ob leicht oder schwer, viel Erfolg beim Anfangen, Durchhalten und Erfolge feiern.
Ihre
Stefanie Kühn
Der von mir geschätzte Dr. Stefan Frädrich schrieb kürzlich auf Facebook, dass er in der Sendung „Menschen bei Maischberger“ zu Gast sein werde und dass es um das Thema Abnehmen geht. Da ich von ihm viel über die „Kunst des gekonnten Fernsehauftritts“ gelernt hatte, dachte ich, ich nehme mir doch eine Lehrstunde. Jetzt interessiert mich das Thema nur bedingt, doch auch ich tue natürlich einiges, um fit und gesund zu sein. So kam es, dass ich pünktlich einschaltete. Es wurde eine vergnügliche Sendung.
Die zwei anderen Ärzte behackten sich über eine Stunde hinweg, welche der Diät- oder Nicht-Diät-Methoden denn jetzt besser sei (der eine war Contra-Diät, der andere versprach Wirkung im Schlaf). Sie warfen sich ständig Sätze wie „Die Studie XY beweist das“, der andere antwortete „Sie sind wohl nicht auf dem neuesten Stand, die Studie ZA sagt dies“. Fast meinte man, sie springen sich an die Gurgel.
Auch wir in der Finanzwelt schauen auf Daten, Historie – eben auf belastbares Material. Doch wir lernten spätestens seit dem Fall Enron und allerspätestens mit der Finanzkrise und der Lehmann-Pleite, dass Bilanzen, Ratings und gute Worte nicht alles sind.
Dann ging es munter weiter. Es wurde dick gegen dünn gespielt, fast so, als setzen Sie einen Börsenfan neben einen Sparbuchliebhaber. Beides in Reinform ist gefährlich, da können sich alle noch so gut fühlen. Ein 100%-Aktienanleger kann bei einem Crash mal eben 50% seines Geldes verlieren. Dann ist's mit dem „gut fühlen“ auch vorbei. Ein Sparbuchliebhaber vernichtet kontinuierlich Geld, weil Inflation und Steuern die Zinsen weit übersteigen. Und was im Falle einer Staatspleite passieren würde... mit gut fühlen wird das auch nichts zu tun haben.
Es gab noch einen Gast, Marc Bator, der Tagesschau-Sprecher, der im Vorher-Nachher-Vergleich wirklich heute eine gute Figur abgibt. Er sagte Dinge wie „man muss dauerhaft Maß-halten lernen“, „manches geht eben nicht immer (Bier und Chips am Abend)“, „Sport ist wichtig, das hält mich fit“. Er wurde teilweise übel angegangen, so unter dem Motto, so leicht ist das ja alles nicht. Irgendwer sagte immer wieder, dass das ja grundsätzlich nicht geht, mit dem Gewichthalten. Hallo? Da saß einer und der sah pumperlgesund aus, strahlte Ruhe und Fröhlichkeit aus, und andere erzählen, das geht nicht. Ist ziemlich unhöflich gegenüber dem, der es schafft.
Bei der Geldanlage begegnen einem ähnliche Argumente. Es gibt die notorischen „Ich weiß es wäre gut für mich, aber ich kann mich einfach nicht aufraffen“ Sprüche. Ja. Nützt aber nix. Dann bleibt alles, wie es ist.
Diejenigen, die übertragend gesagt, den Batorschen Weg gegangen sind – sie haben sich schlau gemacht, ein Buch gelesen, eine Zeitung abonniert, Beratung gesucht, haben sich neu aufgestellt, das Vermögen geordnet, sich von Altlasten getrennt, neue Investitionen getätigt - die beweisen ja das Gegenteil. Doch was ist mit der Frage nach dem Durchhalten?
Die, die's geschafft haben, können Antwort auf die Frage von Frau Asgodom geben. Sie war die Vertreterin der „DiätgegnerInnen“. Sie sagte, sie hätte mehrmals viel abgenommen und dann immer alles und noch mehr zugenommen. Der typische Jojo-Effekt (so heißt übrigens eine unserer Katzen, Jojo. Der hat die Sendung auch interessiert verfolgt :-)). Ihre Frage, die sie mehrmals stellte, lautete: „Und wie halte ich das?“ Auf Antwortversuche, gerade jenes Herrn Bators und von Stefan Frädrich, hörte der Zuschauer öfters ein „ Das weiß ich ja alles schon und die anderen wissen das auch“. Genau – so ist es bei dem Thema Geld auch. Sie wissen, dass Sie dran bleiben sollten. Einmal im Monat Kontenchecken, einmal jährlich Bilanzziehen, keine Produkte aufschwätzen lassen....
Und dann gibt es die, die es schaffen (die Bators) – sie haben Disziplin und sie haben sogar Spaß. Weil sie's im Griff haben. Ab und an machen sie etwas Verrücktes, daran wachsen sie, aber sie sind auf Linie. Und hey, plötzlich ist das mit dem Halten gar nicht mehr so schwer.
In diesem Sinne – ob leicht oder schwer, viel Erfolg beim Anfangen, Durchhalten und Erfolge feiern.
Ihre
Stefanie Kühn
Labels:
Diät,
Geldanlage,
Honorarberatung,
Strategie
Montag, 13. Dezember 2010
Silbergedenkmünzen zur Krisensicherung und als Geschenkidee
So kurz vor Weihnachten ist so mancher noch auf der Jagd nach einem originellen Geschenk :-) Es glänzt und glitzert – die Silber-Euro-Gedenkmünze. Doch diese Münzen können auch zur Krisensicherung durchaus interessant sein.
Ein paar Fakten:
Seit 2002 werden diese von fünf Prägestätten in staatlich limitierter Auflage hergestellt. Es gibt Münzen in Stempelglanz- und Spiegelglanzausführung. Die normale Stempelglanzprägung ist zum Nominalwert erhältlich, die Spiegelglanzausführung wird in geringerer Stückzahl hergestellt, kostet mehr als der Nominalwert und richtet sich an Sammler.
Mit Ausnahme der 2-Euro-Gedenkmünzen sind Euro-Gedenkmünzen nicht im gesamten Währungsgebiet, sondern nur im Land der Ausgabe ein gültiges Zahlungsmittel. Sie können also beispielsweise in Deutschland ausgegebene 10-Euro-Münzen in jeder Bank in einen 10-Euro-Schein umtauschen. Die bis 2010 geprägten, 18 Gramm schweren 10-Euro-Gedenkmünzen haben ein Silberfeingewicht (Sterlingsilber, 925-er Legierung) von 16,65 Gramm. Damit angesichts des gestiegenen Silberpreises nicht der Silberwert den Nennwert übersteigt, werden die neuen 10-Euro-Gedenkmünzen ab 2011 nur noch 16 Gramm schwer sein und nur noch 10 Gramm Feingewicht aufweisen.
Angesichts der Gefahren von Euroschwäche und Inflation könnte man auf folgende Idee kommen:
Mit dem Kauf einer Gedenkmünze (in Stempelglanz) tauscht man Papiergeld 1:1 in Hartgeld. Man behält ein Zahlungsmittel und erhält „obendrauf“ noch den Silberwert der Münze. Allein dieser Wert ist erheblich höher als das wertlose Papier des Geldscheines. Bleibt der Euro stabil kann man – zumindest nach derzeitiger Rechtslage – jederzeit seine Münze zum Nominalwert wieder in Papiergeld zurücktauschen, wenn man dies will. Schlechtestenfalls hingegen kann man - zumindest solange Silber als wertvolles Metall anerkannt ist – den Silberanteil aus den Münzen als „Krisenwährung“ einsetzen.
Als „Bargeldreserve mit Krisensicherungsanteil“ sind daher Silber-Gedenkmünzen durchaus eine Überlegung wert. Je mehr Leute auf diese Idee kommen, um so schwieriger sind die Münzen erhältlich. Bei vielen Banken und Sparkassen erhält man sie derzeit aber noch.
Und ob das Christkind für unsere Kinder auch eine solche Münzen dabei haben wird? Am 24.12. wissen wir mehr ;-)
Frohe Weihnachten und geruhsame Tage
Ihre
Stefanie Kühn
Ein paar Fakten:
Seit 2002 werden diese von fünf Prägestätten in staatlich limitierter Auflage hergestellt. Es gibt Münzen in Stempelglanz- und Spiegelglanzausführung. Die normale Stempelglanzprägung ist zum Nominalwert erhältlich, die Spiegelglanzausführung wird in geringerer Stückzahl hergestellt, kostet mehr als der Nominalwert und richtet sich an Sammler.
Mit Ausnahme der 2-Euro-Gedenkmünzen sind Euro-Gedenkmünzen nicht im gesamten Währungsgebiet, sondern nur im Land der Ausgabe ein gültiges Zahlungsmittel. Sie können also beispielsweise in Deutschland ausgegebene 10-Euro-Münzen in jeder Bank in einen 10-Euro-Schein umtauschen. Die bis 2010 geprägten, 18 Gramm schweren 10-Euro-Gedenkmünzen haben ein Silberfeingewicht (Sterlingsilber, 925-er Legierung) von 16,65 Gramm. Damit angesichts des gestiegenen Silberpreises nicht der Silberwert den Nennwert übersteigt, werden die neuen 10-Euro-Gedenkmünzen ab 2011 nur noch 16 Gramm schwer sein und nur noch 10 Gramm Feingewicht aufweisen.
Angesichts der Gefahren von Euroschwäche und Inflation könnte man auf folgende Idee kommen:
Mit dem Kauf einer Gedenkmünze (in Stempelglanz) tauscht man Papiergeld 1:1 in Hartgeld. Man behält ein Zahlungsmittel und erhält „obendrauf“ noch den Silberwert der Münze. Allein dieser Wert ist erheblich höher als das wertlose Papier des Geldscheines. Bleibt der Euro stabil kann man – zumindest nach derzeitiger Rechtslage – jederzeit seine Münze zum Nominalwert wieder in Papiergeld zurücktauschen, wenn man dies will. Schlechtestenfalls hingegen kann man - zumindest solange Silber als wertvolles Metall anerkannt ist – den Silberanteil aus den Münzen als „Krisenwährung“ einsetzen.
Als „Bargeldreserve mit Krisensicherungsanteil“ sind daher Silber-Gedenkmünzen durchaus eine Überlegung wert. Je mehr Leute auf diese Idee kommen, um so schwieriger sind die Münzen erhältlich. Bei vielen Banken und Sparkassen erhält man sie derzeit aber noch.
Und ob das Christkind für unsere Kinder auch eine solche Münzen dabei haben wird? Am 24.12. wissen wir mehr ;-)
Frohe Weihnachten und geruhsame Tage
Ihre
Stefanie Kühn
Labels:
Geschenk,
Honorarberatung,
Krise,
Silber,
Silbergedenkmünze
Mittwoch, 24. November 2010
Respekt bekommt man oder man bekommt ihn nicht
Unsere liebe Haushaltshilfe und unsere Tochter können im Gleichklang wunderbar „Reeeschpekt!“ sagen, wenn etwas hervorragend ist. In den letzten Wochen sind einige Dinge um mich herum und in der Welt passiert, die zu Respekt oder Non-Respekt bei mir geführt haben. Die Dinge passen auf den ersten Blick nicht zusammen, auf den zweiten jedoch schon. Es geht immer um Eigenverantwortung.
1)Im Oktober hat David Cameron, der britische Premier sein Land in einer Rede auf harte Zeiten eingestimmt. Er sagte sinngemäß nicht nur, dass in zehn Jahren nicht nur das Defizit abgetragen und die Wirtschaft am Laufen sein soll, sondern auch, dass die Regierung gesellschaftlich aufregendes erreicht haben soll. Was für eine Vision – Respekt.
2)Kürzlich las ich irgendwo (ich glaube in der Wirtschaftswoche), dass es in den nordeuropäischen Ländern für die Menschen schlimm ist, wenn Sie auf Leistungen vom Staat angewiesen sind. Diese Einstellung sei dort weit verbreitet. Das ist sie bei uns nicht – Respekt für die Nordlichter.
3)Plötzlich stellte man im November fest, dass die Commerzbank gar keine Zinsen für ihre Staatsdarlehen zahlen muss, wenn kein Handelsbilanz-Gewinn ausgewiesen wird. Überall auf der Welt haben die Staaten Zinsen erhalten und so auch einen Anreiz geschaffen, Schulden abzubauen bzw. das Risiko wurde fair vergütet. Ich werde meiner Bank vorschlagen, dass ich jetzt auch keine Zinsen mehr für unser Haus zahle, wenn ich keinen Gewinn ausweise. Respekt auf der Nulllinie.
4)Versicherungen bieten unsinnige Vertragsgestaltungen an (siehe auch Dezember Finanzcoach, Versand Anfang Dezember), Banken versorgen noch immer Menschen mit zweifelhaften offenen Immobilienfonds und Strukturvertriebe proben neue Methoden, um an Kunden zu gelangen – so stehen beispielsweise überraschend Turnlehrer nach vorherigem Anruf auf der Matte. Hier braucht es Eigenverantwortung zu einem Leben ohne Bankberater (Link zur Buchseite). Respekt vor meinen Mandanten.
In diesem Sinne eine respektvolle Weihnachtszeit
Ihre Stefanie Kühn
1)Im Oktober hat David Cameron, der britische Premier sein Land in einer Rede auf harte Zeiten eingestimmt. Er sagte sinngemäß nicht nur, dass in zehn Jahren nicht nur das Defizit abgetragen und die Wirtschaft am Laufen sein soll, sondern auch, dass die Regierung gesellschaftlich aufregendes erreicht haben soll. Was für eine Vision – Respekt.
2)Kürzlich las ich irgendwo (ich glaube in der Wirtschaftswoche), dass es in den nordeuropäischen Ländern für die Menschen schlimm ist, wenn Sie auf Leistungen vom Staat angewiesen sind. Diese Einstellung sei dort weit verbreitet. Das ist sie bei uns nicht – Respekt für die Nordlichter.
3)Plötzlich stellte man im November fest, dass die Commerzbank gar keine Zinsen für ihre Staatsdarlehen zahlen muss, wenn kein Handelsbilanz-Gewinn ausgewiesen wird. Überall auf der Welt haben die Staaten Zinsen erhalten und so auch einen Anreiz geschaffen, Schulden abzubauen bzw. das Risiko wurde fair vergütet. Ich werde meiner Bank vorschlagen, dass ich jetzt auch keine Zinsen mehr für unser Haus zahle, wenn ich keinen Gewinn ausweise. Respekt auf der Nulllinie.
4)Versicherungen bieten unsinnige Vertragsgestaltungen an (siehe auch Dezember Finanzcoach, Versand Anfang Dezember), Banken versorgen noch immer Menschen mit zweifelhaften offenen Immobilienfonds und Strukturvertriebe proben neue Methoden, um an Kunden zu gelangen – so stehen beispielsweise überraschend Turnlehrer nach vorherigem Anruf auf der Matte. Hier braucht es Eigenverantwortung zu einem Leben ohne Bankberater (Link zur Buchseite). Respekt vor meinen Mandanten.
In diesem Sinne eine respektvolle Weihnachtszeit
Ihre Stefanie Kühn
Labels:
Banken,
Geldanlage,
Honorarberatung,
Versicherungen
Abonnieren
Posts (Atom)